Das Glockenspiel

Die Geburtsstunde des Glockenspiels begann im Jahr 1980. Der damalige Bürgervorsteher Jens Schmütsch hat im Magistrat angeregt, zu prüfen, ob und zu welchen Themen auf dem Rathaus ein Figurenumlauf geschaffen werden könnte. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel konnte dieses Projekt leider nicht umgesetzt werden.
Anfang 1985 wurde noch einmal ein Vorstoß gewagt bezügl. einer Rathausuhr mit Figuren von geschichtlicher Bedeutung und eines Glockenspiels. Die Idee wurde sehr begrüßt, man beschloss jedoch, die Angelegenheit zurückzustellen, bis entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden können. Es wurde aber in diesem Jahr ein Spendenkonto eingerichtet. Zu den ersten Spendern gehörte neben einem hiesigen Geldinstitut auch die Heiligenhafenerin
Ruth Schmidt, die der Stadt auch in den Folgejahren immer wieder vierstellige Beträge spendete. Im Jahre 1988 wurde von dem hiesigen Künstler Martin Hohmann eine Nachbildung der sogenannten „Kökschenglocke“ hergestellt, die in einer limitierten Auflage von 1.000 Stück veräußert wird. Der Stadt Heiligenhafen wurden aus dieser privaten Initiative ebenfalls Mittel zur Verfügung gestellt.
Durch die Denkmalpflege wurde 1988 endgültig eine Genehmigung für ein Glockenspiel am denkmalgeschützten Rathaus abgelehnt. Für ein freistehendes Glockenspiel auf dem Marktplatz legte dann die Firma Otto Buer aus Neustadt ein Angebot vor. Die Kosten sollten sich auf ca. 100.000,00 DM belaufen. Spenden war zu diesem Zeitpunkt bereits in Höhe von 15.800,00 DM eingegangen.
Im Dezember 1991 verstarb die Heiligenhafnerin Ruth Schmidt und hinterließ der Stadt stattliche 86.000,00 DM für das ersehnte Glockenspiel. Schon zu Lebzeiten hatte sie bereits 12.000,00 DM gespendet. Es verging noch eine geraume Zeit, in der Kostenangebote verglichen wurden, mehre Sitzungen und Besichtigungen stattfanden, bis die Stadtverordnetenversammlung 1996 den Auftrag für die Errichtung des Glockenspiels an die Fa. Otto Buer in Neustadt erteilte.
Der Glockenträger besteht aus drei verzinkten Stahlsäulen in einer Gesamthöhe von 6.90 m. Im oberen Drittel der Säulen wurden in vier Reihen übereinander 24 Glocken (für Musiker: von C3 bis C5) an Querverbindungsrohren aufgehängt. Kurzum gesagt: Glänzende 551 Kilo stählernes Klanggewicht!
Unser Glockenspiel gibt im Abstand von jeweils 3 Stunden fünf Mal am Tag seine Melodien zum Besten, beginnend um 9.00 Uhr in der Frühe. Nach einer 17-jährigen Planung fand am 18. Juni 1997 das Offizielle „Anläuten“ des Glockenspiels mit Beethoven’s „Für Elise“ statt.
Gleichzeitig wurde das Glockenspiel mit einem Messingschild versehen, das folgenden Text enthält:
„Dieses Glockenspiel wurde von Heiligenhafener Bürgerinnen
und Bürgern gespendet und im Juni 1997 errichtet. Die 24 Bronzeglocken
haben ein Gesamtgewicht von 551 kg und klingen chromatisch über 2 Oktaven von c ’’’ bis c ’’’’’.“
Es stehen gegenwärtig 50 verschiedene Lieder im Repertoire, von denen 35 laufend pro Woche täglich um 9.00 Uhr, 12.00 Uhr, 15.00 Uhr, 18.00 Uhr und 21.00 Uhr gespielt werden. Die Glockenspielanlage kann computergesteuert „wie ein Klavier“ betätigt werden.
Seit dem 9. 9. 1999 erklingt beim Verlassen des Rathauses für die frisch vermählten Paare nach der standesamtlichen Trauung auf Wunsch der „Hochzeitsmarsch“.
Ein schöner Brauch geworden ist auch das Spielen verschiedener Weihnachtslieder während der Advents- und Weihnachtszeit.